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Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.

Geschichte bewahren.
Gegenüberlieferung sichtbar machen.

Das Archiv Bürgerbewegung Leipzig (ABL) sammelt die hinterlassenen Selbstzeugnisse der DDR-Opposition, der Bürgerbewegung und der in den Jahren 1989/90 entstandenen Initiativen und Parteien ebenso wie Unterlagen und Dokumente zu Zivilcourage und Repression in der SBZ/DDR, aber auch zur Transformation. Hinzu kommen Unterlagen, die sich mit der Erinnerungskultur und der Aufarbeitung der SED-Diktatur nach 1989/1990 auseinandersetzen, unterschiedlich umfangreiche persönliche und institutionelle Sammlungen sowie Vor- und Nachlässe.

Sammlungsschwerpunkt des ABL ist Sachsen, mit Fokus auf den ehemaligen Bezirk Leipzig. Mit der Übernahme des Bestandes der Bundesgeschäftsstelle der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) und des Nachlasses von Ellen Thiemann erhielt das Archiv eine bundesweite Bedeutung.

Der Kernbestand des ABL stammt aus den 1980er Jahren, umfasst aber auch Unterlagen zum 17. Juni 1953 und punktuell zu den 1960er und 1970er Jahren. Im Bestand der VOS wiederum befinden sich Unterlagen aus den 1950er, 1960er und 1970er Jahren.

Angesiedelt an einem der wichtigsten Orte der Friedlichen Revolution findet man im ABL zahlreiche Überlieferungen damaliger Akteure und Akteurinnen aus der Stadt, dem ehemaligen Bezirk Leipzig sowie zunehmend auch darüber hinaus. Dieses Archivgut besitzt aufgrund seiner Einmaligkeit landesweite und überregionale Bedeutung.

Oppositionelles Schriftgut ist weitaus seltener als die Überlieferungen offizieller staatlicher Stellen. Zahlreiche, der im ABL aufbewahrten (handschriftlichen) Dokumente, Fotos, Plakate und Samisdatschriften sind in keinem staatlichen Archiv zu finden. Sie sind vielmehr eine notwendige Ergänzung bzw. Gegenüberlieferung zu den Materialien von SED, MfS oder sonstigen staatlichen Institutionen.

In einer Diktatur ist es immer mit einem hohen persönlichen Risiko verbunden, unangepasst zu sein und sich oppositionell zu betätigen. Vieles wurde weder aufgeschrieben noch aufbewahrt oder von den Bürgerrechtler:innen vernichtet, damit es dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) nicht in die Hände fallen und als Beweismaterial dienen konnte.

Bisher wurden mehr als 400 laufende Meter Archivgut archiviert und mehrere zehntausend Dokumente und Fotos verzeichnet, welche von der Repression in den 1950er Jahren, über Zivilcourage, Widerstand, alternative Musik- und Jugendkulturen, den ersten Artikulierungen des politischen Protestes, den Ursachen und dem Verlauf der Friedlichen Revolution bis hin zum Entstehen der neuen demokratischen Strukturen ab 1989/1990 und dem sich anschließenden Transformationsprozess reichen.

Eine Präsenzbibliothek, ein umfangreiches Presse-, Ton- und Videoarchiv, eine Plakatsammlung, mehr als einhundert audiovisuelle Interviews mit Zeitzeugen und Zeitzeuginnen, hunderte Zeitungen und Zeitschriften sowie ein umfangreicher Samisdatbestand ergänzen die Dokumentensammlung.

„Oppositionelles Schriftgut ist weitaus seltener als die Überlieferungen offizieller staatlicher Stellen.“

Mit seinem ausgewählten Sammlungsprofil sichert das Archiv einmalige Überlieferungen, erschließt diese und stellt sie der Öffentlichkeit zur Verfügung. Damit leistet es einen grundlegenden Beitrag zur Erforschung und Auseinandersetzung mit der jüngsten (ost-)deutschen Geschichte und den Folgen der SED-Diktatur. Seine Bestände dienen der Erinnerung an das geschehene Unrecht und an die Opfer der kommunistischen Diktatur. Das Sammlungsgut ermöglicht zugleich die Forschung und Aufarbeitung über die reine Repressionsgeschichte hinaus…

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